Die Sache mit der Spitzenmannschaft

Der tolle Auftakterfolg gegen Schalke 04 sorgt noch immer für gute Laune: Auch Tage später könnte ich konstant mit einem Grinsen durch die Gegend laufen und auch Tage später bekomme ich noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Stimmung im Volkspark an diesem Tag denke. Phänomenal! Nur eine Sache beschäftigt mich noch immer: Die Frage nach der Spitzenmannschaft.

Das Spiel des HSV war ja wirklich gut anzusehen, man hat – insbesondere in Halbzeit 2 – das Spielgeschehen diktiert und ist äußerst bestimmend aufgetreten. Bravo! Einziges Manko war allerdings die Chancenverwertung, der HSV hat aus der Vielzahl an Chancen zu wenig Tore gemacht, hätte das 2:0 erzielen müssen. Stattdessen fängt er sich kurz vor dem Schluss das 1:1, droht am Ende mit nur einem Punkt blöd auszusehen. Alles wie immer also?

Unmittelbar nach dem Ausgleich habe ich zu meinem Nachbarn im Block gesagt: “Eine Spitzenmannschaft würde jetzt trotzdem nochmal zurückkommen.” Und der HSV kam zurück! Und deshalb beschäftigt mich meine Aussage.

Ist der HSV wirklich (schon) eine Spitzenmannschaft? Mit Sicherheit nicht! Natürlich war es imposant sich 10 Minuten vor Schluss vom Ausgleichstreffer nicht schocken zu lassen, aber den Status einer Spitzenmannschaft muss sich der HSV noch erarbeiten. Denn dazu gehört vor allem auch Konstanz und diese fehlte dem HSV in der letzten Zeit ja so schmerzlich. “Echte” Spitzenmannschaften agieren über eine gesamte Saison hin dominant und abgeklärt, daher sollte man – im und um den HSV – die Euphorie bremsen. Armin Veh aber wird das wissen, da bin ich mir sicher. Er erkannte aber auch nach dem Schalke-Spiel, dass die Erfahrung nach einem Rückschlag prompt zurückzukommen in den nächsten Spielen Gold wert sein kann.

Somit ist der Auftaktsieg doppelt wichtig: Die drei Punkte gegen einen direkten Mitkonkurrenten nimmt uns keiner, zudem hat die Mannschaft eine gehörige Portion Motivation und Selbstvertrauen mitbekommen, weiß nun, wozu sie fähig ist. Doch das Team muss auch wissen, dass es sich jeden Erfolg – wie gegen Schalke -  hart erkämpfen muss, um sich in der Liga wieder im Umfeld der Spitzenmannschaften festigen. Echte Spitzenmannschaften gibt es in Deutschland ja wirklich nur wenige, wenn man konsequent ist eigentlich nur den FC Bayern. Danach kommen dann einige Clubs, die immer mal wieder zu den Spitzenmannschaften zählen, dieses aber nicht konsequent über mehrere Saisons bestätigen kann. Auch der HSV gehört zu diesem Kreis, hat aber gerade in den letzten beiden Jahren zu oft die Gene einer Spitzenmannschaft insbesondere in den entscheidenen Momenten vermissen lassen. In dieser Saison kann man sich anschicken, wieder in diesen Kreis einzuziehen. Der nächste Schritt dazu kann am Wochenende in Frankfurt vollzogen werden. Mehr zum Frankfurt-Spiel dann morgen.

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