Die neue Stärke der Hamburger

Das war eine Punktlandung.  3 Spiele, 3 Siege. Der HSV gewinnt die Auftaktspiele in der Bundesliga und hat auch im DFB-Pokal die nächste Runde erreicht. Nun mag der eine oder andere von Pflichtaufgaben sprechen, doch besonders der Heimsieg gegen Schalke war in einer derartigen Dominanz nicht zu erwarten.

Wer die Spiele des HSV begutachtet hat, dem wird eines aufgefallen sein: Der Hamburger Sportverein tritt anders auf als in der Vorsaison. Nicht nur die Formation wurde grundlegend geändert, nämlich zu einem profanen 4-2-3-1, sondern auch die Taktik und Mentalität der Hamburger scheint sich gewandelt zu haben.

Unter Labbadia begann die Mannschaft mit Vollgas, versuchte den Gegner zu überfahren und eine Führung hinauszuspielen. Mag dies in der Hinserie noch gelungen sein, taten in der Rückrunde Verletzte und Fitnessprobleme sowie eine nicht mehr erkennbare Mannschaftsstimmung ihr übriges.

Armin Veh schlug vor dieser Saison einiges an Misstrauen entgegen, auch mich selbst nehme ich da nicht aus, doch das kann unter anderem auch mit der von einer völlig verkorksten Rückrunde der letzten Saison ausgelösten Frustration zusammenhängen. Jedenfalls betrieb Veh in der Vorbereitung schon ziemlich heftiges Konditionstraining, was zum Beispiel den erfahrenen Kickern wie Zé Roberto und van Nistelrooy auffiel. Was das Ganze wert sein sollte, zeigte sich nun in den ersten 3 Spielen: Die Mannschaft gewann ihre Spiele in der zweiten Halbzeit. Sah das gegen Torgelow insgesamt noch recht mühsam aus, wurden sowohl Schalke als auch Frankfurt in der zweiten Spielhälfte niedergerungen. Das spricht für eine fitte Mannschaft mit einer selbstbewussten Mentalität.

Dabei geht in dieser Saison einer ganz besonders voran – Ruud van Nistelrooy. Der Niederländer zündet im Spätherbst seiner Karriere nochmal die Leistungskanone und legte ebenfalls einen Bombenstart hin, welcher unweigerlich mit dem starken Hamburger Beginn zusammenhängt. Matchwinner gegen Torgelow, gegen Schalke und gegen Frankfurt – der Niederländer ist momentan Leistungsträger Nummer 1 und konnte sogar Platzhirsch Petric auf die offensive 3er-Reihe, beziehungsweise Bank verdrängen. Und auch hier bestehen eklatante Unterschiede zur Vorsaison, denn unter der Regie Labbadias musste van Nistelrooy trotz mangelnder Fitness auch extrem viele Defensivaufgaben erledigen, rieb sich für die Mannschaft auf. Entgegen diesen widrigen Umständen bewies er also bereits in der letzten Saison seine Torgefährlichkeit, nun sehen die Fans sogar einen noch besseren Ruud. Klar ist: Rückendeckung der enthusiastischen Fans sowie die Position als “Sturmkönig” schmeichelt auch einem alten Hasen wie er es nun einmal ist. Lohn für diese Fakten: van Nistelrooy wurde endlich wieder für die Elftal berufen.

Ich möchte den HSV noch nicht in die Zunft der Titelanwärter erheben, ich will keine Hochstimmung betreiben, aber ich will aufzeigen, dass sich so einiges verändert hat. Zum Positiven. Einiges, was mir mehr Zuversicht gibt, als es das Scheitern mit und unter Labbadia eigentlich zulassen sollte.

Auf den HSV und eine erfolgreiche Saison. Mit einem Torschützenkönig van Nistelrooy. Vielleicht.

Wie sagt man schön:
Am Ende trifft immer der Ruud.

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