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Zweckmäßigkeit

Täglich grüßt das Murmeltier beim Hamburger Sportverein. In diesen Stunden dürfte der Transfer von Eljero Elia zu Juventus Turin dingfest gemacht werden, ein Ereignis welches die Dramatik der letzten Wochen unterstreicht. Am Wochenende konnte der HSV auch gegen Köln nicht gewinnen, individuelle Patzer führten (zum wiederholten Male) zu leichten Gegentoren. Wieder kein Befreiungsschlag für Oenning und den ganzen Verein und doch, das Auftreten schien deutlich verbessert – wobei die Messlatte der vorherigen Spiele keinesfalls hoch lag.

Der Transfer von Elia dürfte das Karussell an der Elbe weiter in Gang halten. Während zumindest die Innenverteidigung mit Neuzugang Rajkovic und Kapitän Westermann durchaus zu gefallen wusste, dürfte insbesondere Diekmeier aufgrund von Defensivschwächen demnächst von Mancienne probeweise ersetzt werden. Ebenso in der Diskussion steht Torhüter Drobny, der bei weiteren (punktekostenden) Patzern wohl mit Mickel konfrontiert wird. Übrigens: Laut dem Hamburger Abendblatt war Arnesen für den jungen Bernd Leno als neuen Keeper… inwieweit da was dran ist, muss jeder selbst beurteilen, mitunter ist das auch nur plumpes Geschiebe in Richtung Michael Oenning (der sich früh für Drobny entschied). Sollte Elia wirklich gehen, wäre Jansen auf der linken Außenbahn recht konkurrenzlos und Arnesen hätte die lange ersehnten Geldmittel für weitere Transfers. Der spekulierte Ivo Ilicevic vom 1. FC Kaiserslautern wäre für kolportierte 4 Millionen Euro Ablöse ein echter Knaller, denn Talent, Beidfüßigkeit sowie die Allroundereigenschaften zu diesem Preis und das so kurz vor Transferschluss – ein mehr als zweckmäßiger Transfer, so er denn stattfinden wird. So oder so, wenn Elia geht und neue Spieler verpflichtet werden, ist Oenning auch in Zukunft zu Rotation und Experimenten gezwungen. Zumal Jansen nach zuletzt markanten Worten auf dem Platz selbst jedoch recht blass blieb.

Zweckmäßigkeit ist auch das Stichwort für die Situation beim HSV. Schon jetzt die Trainerdiskussion in großem Stile zu eröffnen, wäre wenig zweckmäßig. Auch ich habe im letzten Beitrag diese Diskussion nicht aufgemacht, lediglich die Position vertreten, dass bei anhaltend schlecht bleibender Leistung der Mannschaft auch der Trainer in Frage gestellt werden muss, was ich aber auch für logisch halte. Das Verhältnis HSV – Elia schien mir zum Ende hin auch nicht unbedingt wünschenswert, der Spieler war gefangen zwischen dem aus hoher Ablöse resultierenden Druck und den eigenen Ansprüchen, während der gemeine Fan in der Imtech-Arena immer hoffte, den Elia vom Sommer 09/10 wieder zu erleben. Trotz seiner stagnierenden Entwicklung immer noch 10 Millionen Euro (plus eventuelle Boni) Ablöse zu generieren, ist in Hinsicht auf nun wahrscheinlichere Mannschaftsverstärkungen auch zweckmäßig. Mit Elia wird jedoch auch ein Spieler den Verein verlassen, der zu den wenigen Fußballern gehört, denen man immer den Extraschuss Genialität und Kreativität nachsagt, Spieler die besondere Situation kreieren können. Von denen gibt es beim HSV nicht mehr viele, vielleicht ist Töre noch derjenige, der am geeignetsten für dieses Schema wäre.
Wir wollten den Umbruch (sicher, Unwort des Jahres beim HSV) und nun haben wir ihn.

Das Spiel gegen Köln war doch das perfekte Beispiel dafür. Der Gegner machte aus gefühlten 2 Chancen 4 Tore und wir standen am Ende mit leeren Händen da. Diese Niederlage überschattet all die positiven Ansätzen, welche in der Partie zu beobachten waren und öffnete neue Problemfelder. Ein viel zu kurzes Klären von Drobny und eine fehlgeschlagene Raumdeckung bestraften die Hamburger, und kaschierten einen engagierten Auftritt von Rajkovic und eine durchaus befriedigende Leistung von Tesche  – geht es in diesem Stil weiter, wird der Verein nicht zur Ruhe kommen und niemand die Chance haben, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Wir haben hier einen Umbau bei laufendem Betrieb, hätten aber am liebsten jetzt schon einen fertigen und eleganten Bau mit internationaler Aussicht.

Insofern ist der Weg der Fans im Stadion (Anfeuerung) genau richtig. Zu gegebener Zeit kann man immer noch pfeifen, so es denn persönlich als zweckmäßig erachtet wird, wenngleich ich Pfiffe nie für effektiv halte. Dafür ist die Zeit aber noch nicht gekommen. Gelingt es Arnesen, noch gute Griffe auf dem Transfermarkt zu tätigen und schafft es Oenning, ein stabiles Mannschaftsgefüge aufzubauen, welches auch Leistung bringt, sieht die Welt rautentechnisch wieder sehr gut aus. Bis dahin wartet allerdings noch ein weiter Weg.
So bleibt der einfache Fan zuhause mit besorgter Miene in eine (noch) ungewisse Zukunft.
Die nächsten Wochen werden spannend bleiben, nicht nur im Hinblick auf Neuverpflichtungen und deren Einbau, sondern inwieweit es dem Trainer gelingt, die Länderspielpause zu nutzen, um elementare Dinge zu vertiefen/einzustudieren. Die Testspiele sind da sicherlich hilfreich und der Transfers des Kapitäns unseres nächsten Gegners Werder Bremen dürfte auch positiver stimmen. Damit wir demnächst Partien ohne einfache Fehler bei der Raumdeckung, Doppelpässe und ideenreiches Offensivspiel sehen. Selbstredend nicht von jetzt auf gleich, aber bitte Tendenzen in diese Richtungen. Denn sollte das klappen, werden auch Punktgewinne Einzug halten in Hamburg und das Fanumfeld ruhiger.
Eines möchte ich nochmal betonen – bitte die Zweckmäßigkeit bei der Kritik beachten. Beispielsweise kein generelles Verteidigen von Oenning, aber auch kein Schwarz-Weiß-Malen. Stereotypisches Analysieren und Pessimismus wird uns nicht weiterbringen.

Weiterbringen wird uns zielorientiertes Arbeiten und engagiertes Anfeuern. Niemand ist größer als der Verein und Oenning würde auch im Falle des Worst-Case-Szenario  trotzdem nicht zu einem zweiten Doll werden. Seid gewiss, auch die Hamburger Offiziellen kennen die Notbremse Trainerwechsel. Der Begriff zeigt aber schon, dass ebenjene nur im Notfall benutzt werden sollte. Und den haben wir meiner Meinung nach noch nicht. Nicht nach 4 Spieltagen, auch wenn die nächsten Wochen und Monate zeigen werden, ob wir die Hand näher dorthin führen sollten.

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Frank legt los..

Hatte ich vor Wochenfrist noch über Namen wie Petersen oder Ekice referiert, konterte der HSV in den letzten Tagen mit ganz anderen Namen, die -zugegeben- auch realistischer sind: Mancienne, Bruma, Hysén (etc).
Frank Arnesen ist mittlerweile eingebunden in das Hamburger Tagesgeschäft und nimmt seine Aufgaben als Sportdirektor wahr – Mancienne ist das erste Ergebnis seiner Arbeit. Schematisch gesehen passt die Neuerwerbung absolut in das Suchprofil: verhältnismäßig jung, relativ günstig und vor allem entwicklungsfähig.
Abgegeben hatte ihn der FC Chelsea, der letzte Arbeitgeber von wem? Genau, Frank Arnesen. Nun gibt es schon Personen, die Arnesen Kumpanei unterstellen wollen, doch das sehe ich gänzlich verschieden. Es ist viel mehr ein guter Schachzug von Arnesen, denn er hatte Mancienne lange Jahre auf dem Schirm und kann mit Sicherheit dessen Entwicklungsmöglichkeiten besser abschätzen, als von einem fremden, in einer anderen Liga spielenden und wahrscheinlich nur dürftig gescouteten Spieler.
Die Ablösesumme für den 23-Jährigen wird auf rund 2 Millionen Euro gesetzt, angesichts seines Alters und Flexibilität -kann IV, RV oder DM spielen- ist das Wagnis meiner Meinung nach vertretbar. Ebenjene Flexibilität ist beim HSV dringend benötigt, denn die Tage von Demel dürften gezählt sein und auch der Verbleib von Mathijsen ist alles andere als sicher. Von daher ist Mancienne die erste sinnvolle Ergänzung (apropo: laut mopo erhält Castelen bei erfolgreichem Medizincheck einen neuen 1-Jahresvertrag)  im Kader des HSV, und wer ab der U-16 alle Jugendmannschaften Englands durchlief, kann nicht frei von Talent sein. Aktuell bereitet er sich auf die demnächst beginnenden Aufgaben mit Englands U-21 vor, drücken wir ihm die Daumen, dass da alles glattgeht.

An einem weiteren Spieler vom FC Chelsea sollen wir ebenfalls dran sein – Jeffrey Bruma. Er weist ihn einiger Hinsicht Parallelen zu Mancienne auf, so ist er ebenso im Defensivbereich (IV, RV oder DM) einsetzbar und wurde von Chelsea zur Entwicklung auch verliehen. Der Altersunterschied, Mancienne ist 23 und Bruma 19, ist größer als die Unterscheide bei den Abmessungen (Mancienne: 1,83m / Bruma: 1,86m). Bruma ist Niederländer und soll sich einem Hamburger Interesse gegenüber nicht abgeneigt fühlen, im Raum stehen eine 2-jährige Leihe, bei der Chelsea nach einem Jahr eine Rückhol- und der HSV nach 2 Jahren eine Kaufklausel besitzt. Das klingt nach einem guten Deal für alle 3 beteiligten Seiten, was fehlt, ist die endgültige Zustimmung des Spielers – im Gegensatz zu Mancienne ist Bruma erst mit der Nationalmannschaft auf Tour und wird sich anschließend entscheiden.
Der HSV scheint sich also sinnigerweise auf junge entwicklungsfähige Defensivspieler zu konzentrieren – bis jetzt kann man an den Taten Arnesens nicht viel aussetzen.
Interessanter wird an der Elbe sowieso die Frage nach Abgängen, denn spätestens wenn auch Bruma kommt, dürfte Demel endgültig abgeschossen sein, während Mathijsen mit Ajax Amsterdam liebäugeln soll. Ich hätte mit einem Verkauf beider kein Problem, denn die Blutauffrischung wäre gleichbedeutend mit einer im wahrsten Sinne des Wortes Mobilisierung unserer Abwehr, denn bei so manchem Tanz von Demel (Atouba lässt grüßen) und Hüftversteifung von Mathijsen fröstelte es mich.

Diese Transfers im Defensivbereich sind ein Muss, den Rest würde ich als optional einordnen. Für die Defensive muss der HSV sorgen, alle anderen Ab- oder Zugänge wären nur das Ende von Kausalketten. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass beispielsweise ein Elia bei einem millionenträchtigen -aber wer wird das schon abgeben- Angebot verkauft wird. Oder Jansen.
Vielleicht wird auch Petric veräußert, wenn der Torjäger vom Dienst seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern möchte. All diese Dinge werden in den nächsten Wochen ihren Lauf nehmen und ich persönlich freue mich schon wieder auf die Zeit der Spekulationen und Hirngespinste, die nicht zuletzt von den Medien befeuert werden. Klar, so ein Mancienne schlägt nicht die Welle eines Transfers von Manuel Neuer, aber an der Elbe werden künftig kleinere Brötchen als früher gebacken werden müssen.
Endverhandelt hatte Arnesen den Deal Mancienne-Deal übrigens u.a. beim Champions-League-Finale in England. Vielleicht nähert sich der HSV in ein paar Jahren wieder diesem Wettbwerb, es wäre zu hoffen.

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Neue Saison, neues Glück

Muss man dazu noch viele Worte verlieren? Platz 8, inmitten des SC Freiburg, Köln, Hoffenheim, Nürnberg und -Tusch…!- dem 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer sind in der Aufstiegssaison einen Platz vor uns. Besser kann man das Mittelmaß, was der HSV in dieser Saison verkörpert hat, nicht beschreiben.

Mehr Gegentore als geschossene Tore, mehr Niederlagen als Siege – mit derlei Leistungen ist eine Teilnahme am europäischen Wettbewerb schlicht nicht realisierbar.
Neue Saison, neues Glück?
Die nun abgelaufene Saison haben wir mit einem Unentschieden gegen Mönchengladbach komplettiert. Für uns ging es um rein gar nichts mehr, für unsere Gäste um den Klassenerhalt. Unterm Strich ein gutes Spiel, doch standen eher die Verabschiedungen von gleich sieben (!) im Vordergrund: Piotr Trochowski, Collin Benjamin, Frank Rost, Ruud van Nistelrooy, Zé Roberto, Tunay Torun und Maxim Choupo-Moting. Allen Spielern sei auch auf diesem Wege alles Gute für die weitere Zukunft gewünscht… in Hamburg sagt man Tschüß!

Zu Beginn des Spiels gab es ein munteren Schlagabtausch, allerdings ohne die ganz große Torgefahr auf beiden Seiten. In der 24. Minute dann ein Raunen im Stadion, Elia hatte nach starkem Solo gegen die halbe Gladbacher Mannschaft inklusive Torwart eingenetzt – doch der Schiedsrichter hatte die dilettantische Aktion von Ben-Hatira auf Höhe der Mittelline gesehen, der seinen Gegenspieler foulte. Das Ende vom Lied: Kein Tor und vielleicht bekommt Ben-Hatira demnächst Angebote aus der Welt des Wrestlings, wer weiß..
Kurze Zeit später folgte eine Verletzung von Guerrero, der sich in irgendeiner Form am Knie verletzte. Das sah nicht gut aus, man muss wohl das Schlimmste befürchten. Bitter, sehr bitter, denn ist der befürchtete Kreuzbandriss eingetreten, haben wir, es ist leider so, ein Millionengrab: Linkes Knie letztes Jahr mit einem kreuzbandtechnischen Totalschaden, dieses Jahr das rechte Knie? Au weia.. Zumal Guerrero noch einen vor dieser Saison verlängerten Vertrag besitzt, der ihm kolportierte 3 Millionen (oder mehr) per annum zusichert.
Pitroipa kam in’s Spiel und wurde wenig später Zeuge, wie Arango einen Freist0ß im Tor von Frank Rost versenkte, der dabei alles andere als gut aussah. Rost schien dabei zuerst auf eine Flugbahn über die Mauer zu spekulieren, erkannte aber zu spät, dass Arango die Torwartecke anvisiert hatte.

In Hälfte Zwei war Gladbach dann erstaunlich passiv, gleichwohl sie ja mit der Führung im Rücken auch keine Notwendigkeit sahen, unnötig offensiv zu werden. Demzufolge kam der HSV immer besser in die Partie, erspielte sich einige Chancen aber nutzte sie nicht.
In der 71. Minute gab es jedoch den Dämpfer für Gladbach, als der gerade eingewechselte van Nistelrooy sich stark durchsetzte und dann mehr oder weniger unfreiwillig für Ben-Hatira auflegte, der ohne Probleme den Ausgleich erzielte. Anschließend drängten die Hamburger auf den Heimsieg, doch der Ball fand nicht mehr den Weg in das Tor der Borussia und so blieb es beim friedlichen Unentschieden.
Eine letztlich vernünftige Leistung vom HSV und Gladbach erreicht die Relegation – ich denke beide Seiten können sich nach dieser Partie wenig vorwerfen.
Erfreulich aus Hamburger Sicht, dass der Flügelflitzer Romeo Castelen mal wieder auf der Bank Platz nahm.. sollte der Niederländer in der Vorbereitung verletzungsfrei bleiben und wieder richtig fit werden, hätten wir mit ihm eine gute Alternative auf der Außenbahn. Zu hoffen wäre es.

So bleibt abschließend nur zu hoffen, dass die Führung des HSV die Dilemmata der letzten Saisons einer Gesamtbetrachtung unterzieht und dann mit dem neuen Sportdirektor Frank Arnesen an der Spitze mit aller Kraft den Umbruch vorantreibt.
Neue Saison, neues Glück, auf ein Neues.

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Zweiter Sieger

Stell dir vor du suchst Spieler, und keiner will zu dir.

Gündogan, Ekici und Petersen – die Liste der kolportierten Namen in den letzten Tagen ist nicht unprominent besetzt. Der HSV, mittendrin im Transfergeschehen und doch nur zweiter Sieger. Der von uns allen so ersehnte Umbruch scheint wohl wirklich avisiert, zumindest deuten die jetzigen Namen darauf hin: Anfang 20, deutscher Hintergrund, erfolgshungrig und mit Entwicklungspotenzial. Der Haken an der Sache – solche Spieler wollen nicht nur wir und das bekommen wir jetzt knallhart zu spüren.

Wenn der Deutsche Meister dich verpflichten möchte, ist das kein Frevel, lieber dorthin zu wechseln, als zum Hamburger Sportverein. Das ist nun mal auch die Quittung für das, was sich unser Verein in den letzten Jahren als “Image” aufgebaut hat. Querelen, öffentlich gewordene Internas, sportliches Scheitern, Trainerwechsel, in Hamburg fand man eigentlich all das beisammen, was man eher nicht vorfinden möchte. Genau das werden auch die zukünftig von uns angesprochenen Spieler überdenken. Da nützt es auch nichts, wenn Oenning wieder und wieder seinen guten Draht zu Gündogan betonte, letztlich sind noch mehr Faktoren notwendig, um einen Spieler zu überzeugen. In diesem Feld fehlen dem HSV momentan ein wenig die Argumente. Mit internationalem Wettbewerb können wir nicht aufwarten und wie der Umbruch genau enden wird, ist auch noch nicht abzusehen.

Deswegen vermute ich schon mal eines: Die Spieler, die wir holen können und werden, dürften eine Kategorie kleiner sein. Vielleicht ein Geheimtipp, für manch anderen aber auch schon ein No-Name, man weiß es nicht. Spieler wie Max Gradel, an dem wir angeblich dran sein sollen, selbiger spielt momentan in der zweiten englischen Liga.

Auch ein Ekici wollten wir verpflichten, laut Medien. Was wir bekamen, waren nur Worte. Wohin geht der Junge wahrscheinlich? Bremen. Sportlich haben die für die nächste Saison auch noch nichts vorzuweisen, aber das Umfeld, da sind wir wieder beim leidigen Thema, ist wohl erstrebenswerter.

Um das reparieren zu können, muss die nächste Saison nicht zwangsläufig ein sportlicher Knaller werden, aber ein Jahr ohne andauernd auftretenden Zwist in Hamburg wäre schön und sicherlich sehr hilfreich. Eine wichtige Komponente werden dabei die Fans. Verliert Oenning die ersten Spiele, ist Feuer unter’m Dach – das ist sicher. Was ist außerdem, wenn die Neuzugänge keine großen Namen beinhalten? Der HSV muss, die nächste Konsequenz der letzten Jahre, kräftig sparen im Gehaltssektor. Da werden wir nicht gleich wieder die Schatzkiste aufreißen, so da überhaupt noch was drin ist, um die dicken Fische zu verpflichten.

Diesen Weg müssen die Fans mitgehen, mit Verständnis. Sonst ist das Projekt Umbruch schon im Grundansatz gescheitert.

Gescheitert dürften auch unsere Bemühungen um Nils Petersen sein. Die Anstrengungen den jungen Zweitligaknipser (24 Buden) via Klausel vom FC Energie Cottbus zu verpflichten, waren wohl umsonst, denn die Bayern sind wieder mal drauf und dran, ein junges Talent zu akquirieren. Das bestätigte zumindest Manager Nerlinger in der SZ, laut ihm hätte man Einigung mit dem Spieler erzielt. Der jedoch hatte erst gestern darauf verwiesen, dass noch nichts entschieden sei. Wohin des Weges, Nils?

Schlappe 2 Millionen und ein paar Zerquetschte, für den FC Bayern die reinste Portokasse. Für uns eine sinnige Investition. Doch was gibt hier letztlich den Ausschlag? An Gomez wird kein Weg vorbeiführen. Einsatzzeiten dürften bei uns mehr in Aussicht stehen. Lockt der große Name FC Bayern? Gleichwohl auch Petersen, so er bei uns einschlagen würden, in ein paar Jahren immer noch gen Isar wechseln könnte.

So oder so, der Spieler wird sich auch an ein anderes Medienklima gewöhnen müssen. Hamburg oder München, die da unten vielleicht noch eine Ecke schlimmer, der Blätterwald wird deutlich mächtiger rauschen als die kleine Baumgruppe in Cottbus, um es mal bildlich zu formulieren..

Ich würde mich freuen, sollte er doch zu uns kommen. Ein Wechsel zum FC Bayern scheint aber nicht mehr zu verhindern..

Bis jetzt blieb der HSV also wohl immer nur zweiter Sieger auf dem Transfermarkt. Spätestens wenn wir Spieler wie Demel oder Guerrero an den Mann bringen konnten, dürften die Bemühungen um Neuzugänge intensiviert werden, durch freiwerdende Geldmittel.

Es bleibt wohl nur Daumen drücken, auf dass unser Hoffnungsträger Arnesen ein, zwei Perlen in seiner Scouting-Datenbank in petto hat.

Nur der HSV!

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Die Luft ist raus

Das Murmeltier mag zwar die letzten Wochen geschwiegen haben, doch keine Sorge, es war schlichtweg privater Stress, der hier so einige Artikel verhinderte.
Während also bei mir das Abitur die nächsten Wochen prägen wird, scheint beim HSV doch akut die Luft raus zu sein. Zwar könnte man noch die Qualifikation für die Europa-League schaffen, aber so richtig zu brennen scheint die Mannschaft dafür nicht.
Sicherlich, das Duell mit Dortmund war vielversprechend, aber es lag doch eher an den vergebenen Chancen der Borussen. Auch gegen Hannover hätten wir uns einige Dinger fangen können – doch Rost hat in den Endzügen seiner Zeit beim HSV darauf keine Lust gehabt.

Apropo Endzüge: Nach dem Muskelfaserriss, den sich Ruud van Nistelrooy im Spiel gegen Hannover zuzog, dürfte auch dieses Kapitel ein Ende gefunden haben.
Bis zum Winter hätte ich wohl noch von einem herben Verlust für die Offensive gesprochen, jedoch war der Niederländer seit dem kolportierten Interesse seitens Real Madrid wie ausgewechselt, was sich auch in weitestgehend in seinen Leistungen nach der Winterpause widerspiegelte. Beim anfangs euphorisch gefeierten Niederländer scheint auch die Luft raus zu sein. Van Nistelrooys Abschied (der Vertrag läuft aus) öffnet Tür und Tor für den wirklichen Neubeginn beim HSV. Der Verein steht vor einer Mammutaufgabe, denn er will die Jugendarbeit effizienter strukturieren, die Kaderkosten enorm senken, auf junge Spieler setzen und sieht sich mit vielen auslaufenden Verträgen konfrontiert.
Diesen Weg mitgehen soll wohl aller Voraussicht nach Michael Oenning, weil der Sportchef in spe Frank Arnesen hat wohl grünes Licht für eine Weiterbeschäftigung des amtierenden Cheftrainers gegeben. Bei aller Wertschätzung für Oenning, ein wenig sieht das Ganze trotzdem nach Zweckgemeinschaft aus, da die Trainersuche für die kommende Saison sicherlich mehreren Hindernissen ausgesetzt war: Erstens die Kostenfrage, sprich wie namhaft kann der Trainer sein, zweitens die Kompetenz, drittens das eigentliche Interesse für eine Anstellung beim HSV und viertens die Kompatibilität für den neuen Plan des HSV. Innerhalb dieser Lotterie scheint Oenning noch die meisten Argumente auf sich zu vereinen, ist er doch (noch) verhältnismäßig kostengünstig, weist seine Kompetenz aktuell nach und dürfte damit auch sein Interesse demonstrieren, wobei er -da bin ich mir sicher- auch den notwendigen Sparkurs für die neue Saison mittragen wird. Herr Oenning, übernehmen Sie.

Spieler wie van Nistelrooy werden wohl in der neuen Saison nicht mehr anzutreffen sein. Marketingtechnisch ein großer Coup, blieb der Stürmer sportlich mehr oder weniger unter den Erwartungen, die viele mit seinem Namen verbanden. Große Namen, wenig Leistung, viel Gehalt – diese Mixtur kann und darf sich der HSV nicht mehr verabreichen in der neuen Saison. Von den älteren Spielern, wurde auch in den Medien so berichtet, werden wohl bevorzugt Zé Roberto und Petric für eine Weiterbeschäftigung vorgesehen sein. Andere Personalien wie beispielsweise ein Joris Mathijsen sehe ich da schon eher fraglich. Die Situation für den HSV ist wie ein Endspiel – entweder vieles (alles) richtig machen und gewinnen, oder scheitern und mit leeren Händen dastehen. Der aktuelle Kader muss, soviel steht fest, radikal zusammengestrichen werden. Meine Abschusskandidaten wären Demel, Mathijsen, Jarolim, Pitroipa, Guerrero und andere (Elia). Über diese Zusammenstellung kann man sicherlich diskutieren. Ich bin äußerst gespannt, wie sich die Mannschaft in der neuen Saison zusammensetzen wird.
Einer der Lichtblicke in den letzten Wochen war übrigens Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier, zu Beginn der Saison aus Nürnberg geholt. Lange verletzt, zeigt Diekmeier mit seiner Geschwindigkeit auf der Außenbahn völlig neue Möglichkeiten auf, Möglichkeiten wie sie ein Demel nie wird nutzen können. Gerne mehr davon.

Der Rest vom Fest ist schnell erzählt. Nach der Gala gegen Köln gurkte sich der HSV zu Unentschieden gegen Hoffenheim, Dortmund und nun Hannover. Wirklich treffen tut es mich nicht mehr, nicht in dieser Saison. Die Luft ist raus, ich habe mich nach meinem Dafürhalten einfach schon viel zu häufig geärgert in den letzten Spielzeiten, sodass ich mich in diesem Falle ein wenig abgestumpft fühle.
Hoffentlich ist das in der neuen Saison anders. Den ersten Schritt von uns beiden muss aber der HSV tun.
Neue Saison, neues Glück – Optimismus galore!

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