“Ich denke lieber traditioneller und besorge mir Geld bei Banken, wenn es nötig sein sollte.” So kommentiert HSV-Boss Jarchow kurz nach Amtsantritt das Kühne-Modell (Quelle).
Ende Dezember 2011 klingt das ganze dann so: “So ein Modell könnte ich mir schon vorstellen. Ich will auch gar nicht verhehlen, dass wir im guten Kontakt sind mit Herrn Kühne, zuletzt hat sich ihm Trainer Thorsten Fink vorgestellt.” (Quelle)
Huch, was ist da denn passiert? Eine Gradwanderung um 180°? Hat Herr Jarchow die HSV-Kontoauszüge entdeckt? Es ist manchmal schon verblüffend, wie sehr sich Aussagen über die Zeit ändern können – gerade von Politikern wie Jarchow. Aber ich möchte an unserem Vorsitzenden an dieser Stelle gar nicht rummeckern, schließlich hat jeder Mensch das Recht, seine Meinung zu gewissen Themen zu ändern. Insbesondere dann, wenn sich die Ausgangslage ändert. Und vielleicht hat sich die Sicht der Dinge für Herrn Jarchow nach einigen Monaten im Amt (und Studium eben jener HSV-Kontoauszüge) geändert. Wobei die Klamme Lage beim HSV eigentlich kein Geheimnis ist.
Fakt ist und darauf möchte ich hinaus: Platz für Fußballromantik ist auch in der Nach-Hoffmann-Zeit nicht da. Denn der HSV benötigt Geld, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und der HSV scheint in dieser Richtung etwas vorzubereiten. Nicht ohne Grund wird in den letzten Wochen immer wieder das Engagement von Herrn Kühne leise und vorsichtig betont. Ist das der Anfang einer Kommunikationsstrategie, um die Mitglieder für dieses Thema zu sensibilisieren? Genau das lief ja unter Hoffmann damals falsch: die Thematik war ja nicht schlecht, sie wurde nur schlecht kommuniziert.
Ich gehe stark davon aus, dass der HSV doch nochmal zuschlagen wird auf dem Transfermarkt – und zwar mit einer etwas größeren Nummer. Ob das noch im Winter oder erst im Sommer etwas wird, mag ich nicht einzuschätzen. Viel spannender ist aber, um wen es sich handeln dürfte. Adler? Helmes? Podolski? Nunja, man wird ja nochmal träumen dürfen.
Favorit der Medien ist ja der Schweizer Granit Xhaka – einst Musterschüler von Thorsten Fink. Ein vielversprechender Spieler. Wer wissen will, wie dieser Junge Mann tickt, dem lege ich das ausführliche Interview in der Tageswoche ans Herz.
Ein kleiner Vorgeschmack:
“Ich sage es mal so: Hamburg ist sicher keine schlechte Adresse, und die Bundesliga ist ein Traum von mir. Es ist schön zu wissen, dass ein so grosser Club wie der HSV einen Typen wie mich haben möchte.”
“Ich habe einen Vertrag bis 2015 und ich kann mir schon vorstellen, dass der FCB mehr möchte. Ich sehe es so: Erstmal muss der Verein zufrieden sein, und wenn der HSV eine entsprechende Summe bietet, dann kann ich mir vorstellen, dass der FCB auf mich zukommt, um das mit mir anzuschauen.”
“Wenn es wirklich für alle stimmt, auch für meine Familie und das Umfeld, dann wären wir alle glücklich, würden wir alle davon profitieren. So wie ich Thorsten Fink verstanden habe, steht er auf mich, und wenn ich nach Hamburg wechsle, dann würde ich dort auch spielen.”
Wenn ein Spieler bei einem Wechselgerücht so in die Offensive geht, dann kann das in meinen Augen eigentlich nur zwei Gründe haben:
- Er will seinen Wechsel (zum HSV) beschleunigen. Jetzt dürfte es nur noch eine Frage der Höhe der Ablöse sein.
- Er benutzt den HSV im Poker mit anderen Vereinen. Hatten wir ja auch lange nicht mehr.
Dürfte ich einen Tipp abgeben, so glaube ich, dass der Schweizer noch diesen Winter zum HSV stoßen wird. Mal schauen, ob ich Recht behalte.