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Bitter.

leer

Gestern war einer der bittersten Tage meines Fan-Lebens. Dann, wenn du in einem Spiel die Hoffnung verlierst. Dann, wenn selbst der optimstischste aller Fans nicht mehr an die eigene Mannschaft glaubt.

Gestern war es spätestens nach 58 Minuten soweit. Spätestens da hatte dann jeder erkannt, dass der HSV an diesem Tag ein Debakel erleben würde. Spätestens da glaubte niemand mehr an eine furiose Aufholjagd.

Ab da wird das Stadion immer leerer. Ich kann die Leute verstehen, die dann gehen und vor dem Erlebten flüchten.

Es gibt aber Fans, die selbst in solchen Momenten stark bleiben und die Niederlage über sich ergehen lassen. Und dann stehst du da und um dich herum wird es immer leerer. Du selbst sagst gar nichts mehr, schaust mit leerem Blick auf den Rasen. Was da passiert kriegst du gar nicht mehr richtig mit. Ob 0:4 oder 0:5 ist doch völlig egal. Du bist wie paralysiert. Vielleicht schaffst du es noch ungläubig mit dem Kopf zu schütteln. Du kommst dir vor, wie der letzte Idiot, der einer verlorenen Liebe hinterhertrauert. Du fragst dich, warum du dir das antaust.

Und dennoch weißt du, dass du nächstes Mal wieder hingehst.

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“Kein Zwanni für nen Steher” – Diskussion um Ticketpreise

geld

HSV gegen BVB – für mich gehört das immer mit zu den besten Spielen der Saison. Auf diese Begegnungen freue ich mich riesig – auch weil hier zwei fanstarke Traditionsvereine aufeinander treffen. Wenn der HSV gegen den BVB spielt ist eigentlich auch in den Fankurven immer mächtig viel los. Am Sonntag könnte das ein wenig anders sein, denn etliche aktive BVB-Fans wollen das Spiel boykottieren – wegen zu hoher Eintrittspreise. Und die Hamburger Kollegen der CFHH wollen sich zumindest mit einem Stimmungsboykott in den ersten zehn Minuten der 2. Halbzeit solidarisch zeigen.

Dahinter steht das Bündnis “Kein Zwanni für nen Steher“, welches vor knapp 1,5 Jahren erstmals zum Ruhderby Schalke-BVB in Erscheinung trat. Gegründet von Dortmundern haben sich mittlerweile immer mehr Fanclubs mit der Faninitiative verbündet, um auf zu hohe Eintrittspreise bei Bundesliga-Spielen hinzuweisen.

Eines vorweg: Das “Problem” der hohen Eintrittspreise ist mit Sicherheit kein exklusives Hamburger Phänomen, sondern in allen Bundesligastadien anzutreffen – besonders wenn Top-Mannschaften wie der BVB oder Bayern kommen. Dann gibt es gerne den Topspiel-Zuschlag oder gar den Top-Topspiel-Zuschlag. Das kann man wirklich bei jedem Verein beobachten. Dennoch gehört der HSV bestimmt zur Ligaspitze, was das Eintrittspreis-Niveau betrifft – und daher “trifft” es ein Spiel mit HSV-Beteiligung auch nicht ganz zu unrecht.

Gegen den BVB liegen die Eintrittspreise zwischen 19 und 84 Euro. Ganz schön viel Geld für 90 Minuten Fußball. Und dass 84 Euro für eine Karte pervers sind, sollte eigentlich jedem klar sein. Doch wo ist die Grenze? Ist denn 75 Euro in Ordnung? 60? Was ist ein gutes Gradmaß? Volkswirte würden sagen, der optimale Preis bildet sich durch Angebot und Nachfrage. Und da die Nachfrage nach Fußball-Bundesliga immer noch so hoch ist, gehen auch die Preise – rein volkswirtschaftlich gesehen! – ebenfalls nach oben. Die ausverkauften Stadien bestätigen das.

Und auch gegen den BVB wird es wieder voll sein. Weil sich trotz Boykott immer noch reichlich Fans finden, die diese Preise zahlen. Ich erinnere mich noch an die gleiche Begegnung im letzten Frühjahr, der BVB stand damals bekanntlich kurz vorm Gewinn der Meisterschaft. Damals baten mich etliche BVB-Fans um Unterstützung, wie sie an Tickets kommen können. Und die hätten alles bezahlt!

Und aus Vereins-Sicht? Bundesligisten sind schließlich keine caritativen Einrichtungen. Wieso sollte der HSV also z.B. auf mögliche Einnahmequellen verzichten, wenn er das Stadion auch so vollkriegt? Das wäre betriebswirtschaftlicher Unsinn!

Machen die Bundesligisten also aus ihrer Sicht nicht alles richtig? NEIN! Denn Fußball ist für die Fans mehr als ein Geschäft. Bei Fußball zählen keine volks- und betriebswirtschaftlichen Gesetze, weil die “Kunden” (=Fans) auch nicht nach diesen Gesetzen handeln. Denn hier ist Liebhaberei im Spiel. Die Fans sind so sehr emotional mit ihrem Verein verbunden, dass die Mehrheit auch weiterhin kauft: Karten, Trikots, Fanartikel – egal wie weit sich die Preisspirale auch drehen mag. Weil die Fans eben “vernarrt” in ihren Verein sind. Das kann im Einzelfall gefährlich werden, wenn der Fan “über seinen Verhältnissen” weiterhin zum Fußball geht. Und gerade hier sind die Bundesligisten in der Pflicht auch ihrer gesellschaftlichen Rolle gerecht zu werden.

Die Dortmunder Initiative ist also zu begrüßen – auch wenn der Boykott in meinen Augen nicht viel bringen wird. Denn: Das Stadion wird trotzdem voll sein. So wird man vielleicht in den Medien entsprechende Notizen lesen, vielleicht zeigt die Sportschau auch ein paar Bilder von boykottierenden Fans  – das wird es aber auch gewesen sein. Die Diskussionen um Fan-Gewalt und Pyro sind für die Presse aktuell viel interessanter. Da geht diese Aktion unter, auch wenn sie in ihren Grundgedanken richtig ist.

Die Vereine sind hier gefragt. Und da wünsche ich mir vom HSV mehr Initiative. Wir haben ja einen Vorstand für Mitgliederbelange, der frisch im Amt bestätigt wurde. Herr Scheel, bei diesem Thema sind sie gefragt! Und auch für den Supporters Club muss das ein entscheidenen Thema der Zukunft sein! In meinen Augen ist das viel wichtiger als für eine Legalisierung von Pyrotechnik zu kämpfen!

Übrigens: Die Heimspiele gegen Bayern und Werder sind noch nicht ausverkauft und gehen in den freien Verkauf. Das gab es früher bei diesen Begegnungen nicht! Die Vereine sollten einmal drüber nachdenken…

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Jarchow -> Kühne -> Xhaka. Was bereitet der HSV vor?

“Ich denke lieber traditioneller und besorge mir Geld bei Banken, wenn es nötig sein sollte.” So kommentiert HSV-Boss Jarchow kurz nach Amtsantritt das Kühne-Modell (Quelle).

Ende Dezember 2011 klingt das ganze dann so: “So ein Modell könnte ich mir schon vorstellen. Ich will auch gar nicht verhehlen, dass wir im guten Kontakt sind mit Herrn Kühne, zuletzt hat sich ihm Trainer Thorsten Fink vorgestellt.” (Quelle)

Huch, was ist da denn passiert? Eine Gradwanderung um 180°? Hat Herr Jarchow die HSV-Kontoauszüge entdeckt? Es ist manchmal schon verblüffend, wie sehr sich Aussagen über die Zeit ändern können – gerade von Politikern wie Jarchow. Aber ich möchte an unserem Vorsitzenden an dieser Stelle gar nicht rummeckern, schließlich hat jeder Mensch das Recht, seine Meinung zu gewissen Themen zu ändern. Insbesondere dann, wenn sich die Ausgangslage ändert. Und vielleicht hat sich die Sicht der Dinge für Herrn Jarchow nach einigen Monaten im Amt (und Studium eben jener HSV-Kontoauszüge) geändert. Wobei die Klamme Lage beim HSV eigentlich kein Geheimnis ist.

Fakt ist und darauf möchte ich hinaus: Platz für Fußballromantik ist auch in der Nach-Hoffmann-Zeit nicht da. Denn der HSV benötigt Geld, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und der HSV scheint in dieser Richtung etwas vorzubereiten. Nicht ohne Grund wird in den letzten Wochen immer wieder das Engagement von Herrn Kühne leise und vorsichtig betont. Ist das der Anfang einer Kommunikationsstrategie, um die Mitglieder für dieses Thema zu sensibilisieren? Genau das lief ja unter Hoffmann damals falsch: die Thematik war ja nicht schlecht, sie wurde nur schlecht kommuniziert.

Ich gehe stark davon aus, dass der HSV doch nochmal zuschlagen wird auf dem Transfermarkt – und zwar mit einer etwas größeren Nummer. Ob das noch im Winter oder erst im Sommer etwas wird, mag ich nicht einzuschätzen. Viel spannender ist aber, um wen es sich handeln dürfte. Adler? Helmes? Podolski? Nunja, man wird ja nochmal träumen dürfen.

Favorit der Medien ist ja der Schweizer Granit Xhaka – einst Musterschüler von Thorsten Fink. Ein vielversprechender Spieler. Wer wissen will, wie dieser Junge Mann tickt, dem lege ich das ausführliche Interview in der Tageswoche ans Herz.

Ein kleiner Vorgeschmack:

“Ich sage es mal so: Hamburg ist sicher keine schlechte Adresse, und die Bundesliga ist ein Traum von mir. Es ist schön zu wissen, dass ein so grosser Club wie der HSV einen Typen wie mich haben möchte.”

“Ich habe einen Vertrag bis 2015 und ich kann mir schon vorstellen, dass der FCB mehr möchte. Ich sehe es so: Erstmal muss der Verein zufrieden sein, und wenn der HSV eine entsprechende Summe bietet, dann kann ich mir vorstellen, dass der FCB auf mich zukommt, um das mit mir anzuschauen.”

“Wenn es wirklich für alle stimmt, auch für meine Familie und das Umfeld, dann wären wir alle glücklich, würden wir alle davon profitieren. So wie ich Thorsten Fink verstanden habe, steht er auf mich, und wenn ich nach Hamburg wechsle, dann würde ich dort auch spielen.”

Wenn ein Spieler bei einem Wechselgerücht so in die Offensive geht, dann kann das in meinen Augen eigentlich nur zwei Gründe haben:

  1. Er will seinen Wechsel (zum HSV) beschleunigen. Jetzt dürfte es nur noch eine Frage der Höhe der Ablöse sein.
  2. Er benutzt den HSV im Poker mit anderen Vereinen. Hatten wir ja auch lange nicht mehr.

Dürfte ich einen Tipp abgeben, so glaube ich, dass der Schweizer noch diesen Winter zum HSV stoßen wird. Mal schauen, ob ich Recht behalte.

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